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Fragen 2018-05-25T10:24:29+00:00

Häufige Fragen über Rucksäcke

Muss man unter einem Rucksack immer schwitzen?

Unter einem Rucksack ist die Lüftung nicht optimal. Deswegen schwitzen der Rucksackträger an dieser Stelle schneller. Es ist keineswegs unüblich, dass die Teilnehmer einer Trekkingtour am Abend erst einmal die Kleidung wechseln müssen, weil der gesamte Rücken nass ist. Es gibt zwar diverse Rucksackhersteller, die mit Netzen und anderen Vorrichtung versuchen, eine bessere Lüftung herzustellen, aber letztlich funktionieren diese Systeme allesamt nur in begrenztem Umfang. Deswegen sollten Sie bei längeren Touren immer eine Basisschicht zum Wechseln im Rucksack haben.

Gibt es auch Rucksäcke nach Maß?

Es gibt nur sehr wenige Firmen, die Rucksäcke nach Maß bauen. In Deutschland ist uns kein Anbieter bekannt. In den USA ist der bekannteste Hersteller von Maß-Rucksäcken die Firma McHale. In der Schweiz stellt die Hess Sattlerei Maß-Rucksäcke her. Die Preise sind grundsätzlich noch in einem vertretbaren Rahmen und wer ohnehin mal in der Gegend ist und bisher keinen passenden Rucksack gefunden hat, sollte einem dieser Rucksack-Hersteller vielleicht einmal einen Besuch abstatten. Grundsätzlich gibt es aber mittlerweile so viele unterschiedliche Rucksäcke und Tragesysteme, die zudem individuell anpassbar sind, dass 99 Prozent alle Menschen den passenden Rucksack ohne Qualitätseinbußen von der Stange kaufen können.

Wie teuer darf ein guter Rucksack sein?

Je kleiner der Rucksack ist, desto größer darf die Rolle sein, die der Preis spielt. Wenn Sie nach dieser einfachen Regel vorgehen, kann nicht viel schiefgehen. Wenn Sie aber bei einem großen Trekkingrucksack oder einen Schwerlastrucksack die Kaufentscheidung vom Preis abhängig machen, ist das in der Regel ein großer Fehler. Das maßgebliche Kriterium sollte immer der Tragekomfort sein. Lassen Sie sich auch nicht von vermeintlich kleinen Unterschieden bei einem individuellen Rucksackvergleich zu falschen Annahmen verleiten. Ein kleiner Vorteil beim Tragekomfort kann auf einer langen Tour den Unterschied zwischen einem schönen und einem fürchterlichen Erlebnis ausmachen. Zudem sollten Sie bedenken, dass ein guter Rucksack viele Jahre hält, so dass sich auch ein hoher Preis auf lange Sicht amortisiert.

Ein Freund will seinen alten Trekkingrucksack günstig verkaufen. Soll ich zuschlagen?

Auch ein günstiger Preis ist zu hoch, wenn Ihnen der Rucksack nicht passt. Deswegen sollten Sie bei solchen Angeboten immer darauf bestehen, den Rucksack vor dem Kauf ausführlich testen zu dürfen. Vielleicht können Sie den Rucksack sogar für eine Tagestour bekommen, damit Sie einen realistischen Test machen können. Denken Sie aber immer daran, dass Sie den Rucksack auf Ihren Körper einstellen müssen (gilt für Trekking- und Schwerlastrucksäcke), damit Sie den bestmöglichen Tragekomfort erreichen. Wenn der Rucksack nicht passt oder sogar Schmerzen verursacht, sollten Sie sich das Geld sparen und lieber in einen neuen Rucksack investieren, der optimal sitzt.

Gibt es gute und schlechte Rucksack-Hersteller?

Wie in jeder Branche gibt es auch bei Rucksack-Herstellern gute und weniger gute Produkte. Ob gleich der Hersteller schlecht ist, weil ein Produkt nicht die höchsten Erwartungen erfüllt, müssen Sie selbst für sich entscheiden. Allerdings ist in den letzten Jahren das Qualitätsniveau insgesamt deutlich angestiegen. Wer in den 1990er Jahren z.B. einen Schwerlastrucksack haben wollte, hatte nur wenige Modelle aus dem Militärbereich zur Auswahl. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Herstellern in Europa und den USA, die erstklassige Trekking- und Schwerlastrucksäcke produzieren. Die Tragesysteme unterscheiden sich zum Teil erheblich, aber das ist nicht immer ein Qualitätsunterschied. Vielmehr hat jeder Mensch andere körperliche Voraussetzungen, so dass die Vielfalt der Tragesysteme für die Kunden insgesamt ein großer Vorteil ist.

Mein Rucksack mit 130 Liter Packvolumen ist zu klein. Was soll ich machen?

Wenn Sie auf eine Tour gehen, für die ein 130-Liter-Rucksack zu klein ist, sollten Sie die Tourplanung vielleicht noch einmal überdenken. Wahrscheinlich wollen Sie aber viel zu viel unnötige Ausrüstung mitnehmen. Jeder Trekking-Fan macht mit der Zeit die Erfahrung, dass der Rucksack von Tour zu Tour kleiner wird. Wenn Sie zum ersten Mal auf eine große Tour gehen, können Sie davon ausgehen, dass mindestens 1 Drittel Ihres Gepäcks überflüssig ist. Die Kunst besteht allerdings darin herauszufinden, um welches Drittel es sich handelt. In Outdoor-Foren tauschen die Forennutzer häufig Packlisten aus. An solchen Informationen können Sie sich orientieren. Sie können aber auch Ihre Packliste veröffentlichen mit der Bitte an die Forenschreiber, Unnötiges auszusortieren. Wenn Sie das rechtzeitig machen, können Sie schon beim Rucksackkauf Geld sparen, denn wahrscheinlich kommen Sie mit einem deutlich kleineren Modell aus.

Kann mein Rucksack unterwegs kaputtgehen?

Ja, auch wenn Sie den teuersten und robustesten Rucksack der Welt kaufen, kann Ihr Rucksack unterwegs zu Schaden kommen, z.B. bei einem Sturz. Besonders unangenehm sind Defekte an den Schulter- und Hüftgurtbefestigungen, da die Reparatur schwer bis unmöglich ist. Wenn Sie in einer Gruppe unterwegs sind, müssen Sie notfalls Ihr Rucksackgepäck auf die anderen Schultern verteilen, da mit einem defekten Rucksack wahrscheinlich allenfalls noch ein paar Kilo tragen können.

Andere Defekte können Sie, wenn Sie gut vorbereitet und handwerklich halbwegs geschickt sind, auch unterwegs reparieren. Sie sollten immer einen guten Klebstoff, ein solides Gewebe-Klebeband, einen Ersatz-Kompressionsriemen und eine solide Schnur (z.B. Paracord) im Rucksack haben, damit Sie zumindest eine behelfsmäßige Reparatur durchführen können, um die Reise ohne große Einschränkungen fortzusetzen zu können. Es gibt auch Spezialisten, die einen aufgerissenen Rucksack unterwegs nähen, aber ohne Vorwissen und praktische Übung ist das ein hoffnungsloses Unterfangen. Mit einem guten Klebeband können Sie die meisten Risse und defekten Nähte sehr gut flicken.

Wie lange hält ein guter Rucksack?

Ein guter Rucksack hält auf jeden Fall mehrere Jahre, wenn Sie keinen Unfall haben und keine übermäßige Beanspruchung stattfindet. Insbesondere die großen Schwerlastrucksäcke sind oftmals so robust konstruiert, dass Sie bei normaler Nutzung das eine oder andere Jahrzehnt locker überstehen können. Wenn Sie sich bei Outdoor-Fans im mittleren und höheren Alter umhören, werden Sie feststellen, dass viele mit sehr alten, aber sehr guten Rucksäcken unterwegs sind. Es lohnt sich also, in Qualität zu investieren!

Sind Militär-/Jagdrucksäcke besser oder schlechter als Outdoor-Rucksäcke?

Grundsätzlich sind die Rucksäcke für den Militär- und Jagdbereich in erster Linie auf Robustheit ausgelegt. Ultralight-Fans kommen deswegen nicht unbedingt auf ihre Kosten. Dafür erhalten Sie aber in der Regel sehr stabile Rucksäcke, die je nach Modell mehr oder weniger bequem sind, aber in der Regel ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben. Ein augenfälliger Unterschied zwischen den Militär-/Jagdrucksäcken und Outdoor-Rucksäcken ist die Farbe, aber zum Teil gibt es auch bei der Konstruktion deutliche Unterschiede. Die meisten Militärrucksäcke können Sie problemlos kaufen, allerdings meist nicht in Outdoor-Shops. Wenn Sie nach solchen Modellen suchen, sollten Sie sich entweder in spezialisierten Online-Shops oder aber direkt auf den Hersteller-Webseiten umschauen.

Ist eine Rucksack-Regenhülle sinnvoll?

Wenn Sie mit einem großen Rucksack mehrere Tage oder Wochen unterwegs sind, sollten Sie eine Regenhülle mitnehmen. Es gibt zwar auch wasserdichte Trekkingrucksäcke, aber in der Regel bestehen die großen Rucksäcke aus Nylon (Cordura) und sind nicht einmal wasserabweisend. Wenn Sie mit einem Rucksack stundenlang durch den Regen laufen, wird nicht nur der Inhalt nass. Sie müssen auch ein deutlich größeres Gewicht tragen. Bei manchen Trekking- und Schwerlastrucksäcken ist schon eine Regenhülle im Preis enthalten. Wenn ein Hersteller keine passende Regenhülle für Ihren Rucksack anbietet, können Sie problemlos eine passende Hülle bei einem anderen Hersteller finden. Orientieren Sie sich einfach an den Maßen, die der Regenhüllen-Hersteller angibt bzw. an den Modellen, für welche die Regenhülle geeignet ist.

Tipp: Es gibt auch Regenponchos mit einer Aussparung für große Rucksäcke. Gerade auf kurzen Touren kann ein solcher Regenponcho eine Alternative zu einer Regenhülle sein, da Sie auch noch die Regenjacke einsparen.

Ist es wirklich nötig, Packsäcke zu verwenden?

Bei großen Rucksäcken ist es ratsam, den Inhalt auf mehrere Packsäcke zu verteilen. Sie können sehr leichte Packsäcke in unterschiedlichen Farben verwenden. Auf diese Weise haben Sie im Rucksack mehr Ordnung und Sie müssen nicht immer gleich alles auspacken, wenn Sie einen bestimmten Ausrüstungsgegenstand suchen. Zudem sollten Sie empfindliche Ausrüstungsgegenstände, zum Beispiel elektrische Geräte, in einem wasserdichten Packsack unterbringen, damit durch eindringende Feuchtigkeit (nicht nur durch Regen!) kein Schaden entsteht. Wenn Sie noch eine kleine Tüte Trockenmittel (z.B. Silicagel) in den Packsack legen, sind Ihre Geräte auch vor Kondenswasser gut geschützt.

Müssen die Gurte gepolstert sein?

Bei den meisten Rucksäcken sind die Gurte mehr oder weniger stark gepolstert. Ein stark gepolsterter Gurt ist aber nicht automatisch bequemer als ein kaum gepolsterter Gurt. Diese Frage lässt sich nur individuell durch einen gründlichen Tragetest beantworten.

Ich bin eine Frau. Kann ich auch einen großen Rucksack tragen?

Die Frage ist nicht sexistisch gemeint, denn tatsächlich wird von vielen Verkäufern und auf diversen Webseiten für Frauen ein leichterer Rucksack empfohlen. Im Durchschnitt ist es auch zweifellos so, dass Frauen kleiner sind weniger physische Kraft haben. Aber wer ist schon durchschnittlich? Ein kleiner Mann, der noch nie in seinem Leben Sport getrieben hat oder gewandert ist, sollte sich auch nicht unbedingt den größten Schwerlastrucksack auf dem Markt kaufen.

Tipp: Lassen Sie sich nicht von irgendwelchen allgemeinen Vorgaben irritieren, sondern wählen Sie eine Rucksackgröße, die zu Ihrer Konstitution passt.

Lohnt es sich, einen Rucksack in den USA zu bestellen?

Es gibt ein paar exklusive Rucksackhersteller in den USA, die insbesondere im Schwerlastbereich einen sehr guten Ruf haben. Grundsätzlich ist es zwar möglich, einen Rucksack in den USA zu bestellen, aber Sie sollten genau prüfen, ob eine Rückgabe möglich ist und zu welchen Konditionen. In der Regel müssen Sie die relativ hohen Portokosten bei Rücksendungen tragen. Zudem sollten Sie sich nicht von den vermeintlich günstigen Preisen täuschen lassen, denn Sie müssen auch noch Zollgebühren und Einfuhrsteuern bezahlen. Im Internet gibt es diverse Zoll- und Steuerrechner, mit denen Sie die Kosten berechnen können. Sie sollten davon ausgehen, dass Sie am Ende mindestens den angegeben Dollar-Preis als Euro-Preis bezahlen.

Vielleicht gibt es aber auch einen Vertriebspartner in Deutschland. Deswegen sollten Sie vor einer Bestellung den Händler kontaktieren und fragen, ob es eine Bezugsmöglichkeit für den gewünschten Rucksack in Deutschland gibt. Preislich bringt die Bestellung in Deutschland meist keinen großen Vorteil, aber Sie profitieren vom deutschen Widerrufsrecht bei Bestellungen im Internet und gehen deswegen kein Risiko bei der Bestellung ein.

Wie genau sind die Volumenangaben der Rucksack-Hersteller?

Die Volumenangaben können Sie allenfalls zur groben Orientierung verwenden. Je nach Messmethode können die Werte sehr unterschiedlich sein. Einige Rucksack-Hersteller scheinen auch eher zu schätzen als zu messen. Letztlich ist es auch egal, ob Ihr Rucksack für 60, 80 oder 100 Liter Packvolumen ausgelegt ist: Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Ausrüstung im Rucksack unterbringen können. Kaufen Sie deswegen den Rucksack nicht aufgrund der Volumenangabe, sondern testen Sie stattdessen, ob Sie mit dem vorhandenen Volumen auskommen. Im Idealfall haben Sie schon vor dem Rucksackkauf Ihre komplette Ausrüstung zuhause, so dass Sie einen echten Praxistext machen können.

Ist es wirklich erforderlich, dass so viele Gurte und Riemen an einem Trekkingrucksack sind?

Die Gurte und Riemen, die an einem typischen Trekkingrucksack zu finden sind, dienen der individuellen Einstellung und  der Kompression. Im gepackten Zustand ist das Gewirr übrigens deutlich kleiner als im ungepackten. Peter Habeler und Reinhold Messner haben bei Ihren Achttausender-Alleingängen in den 1970er Jahren die Gurte an ihren Rucksäcken gekürzt, um Gewicht zu sparen. Allerdings können Sie selbst bei einem großen Trekkingrucksack nicht viel Gewicht einsparen durch eine solche Maßnahme, so dass Sie sich solche Aktionen für extreme Abenteuer, bei denen jedes Gramm zählt, vorbehalten sollten. Beim Kauf eines Trekkingrucksacks sollten Sie eher skeptisch werden, wenn nur wenige Gurte und Riemen zu sehen sind, denn das bedeutet meist, dass Sie den Rucksack nur in geringem Umfang individuell einstellen können

Ich habe meinen Rucksack nur halb gefüllt. Jetzt sitzt er nicht mehr gut. Was soll ich tun?

Wenn Sie den Rucksack im vollgepackten Zustand an Ihren Körper anpassen, ist es völlig normal, dass die Einstellungen nicht mehr optimal passen, wenn Sie das Gewicht erheblich reduzieren. Dieses Problem können Sie aber sehr leicht lösen, wenn Sie die Rückenlänge bei Ihrem Rucksack variabel einstellen können. Meist ist das sehr schnell erledigt, so dass Sie auch mit einem halb gefüllten Rucksack einen guten Tragekomfort erzielen können. Merken Sie sich aber die Einstellung, die im vollgepackten Zustand optimal ist, denn dann müssen Sie bei einer späteren Veränderung nur noch den alten Wert einstellen.

Soll ich zuerst die Ausrüstung oder zuerst den Rucksack kaufen?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn die Antwort hängt von ihrer Outdoor-Erfahrung ab. Anfänger tendieren dazu, zu viel Ausrüstung mitzunehmen, so dass es unter Umständen sinnvoll sein kann, zunächst einen Rucksack zu kaufen und dann die Ausrüstung entsprechend der Rucksackgröße anzupassen. Der umgekehrte Weg hat allerdings auch einiges für sich, allerdings nur wenn Sie schon einige Erfahrung haben und genau wissen, wie umfangreich Ihre Ausrüstung sein muss und darf. In diesem Fall ist durchaus sinnvoll, zunächst die Ausrüstung zu kaufen und dann Ausschau nach einem passenden Rucksack zu halten.

Tipp für Anfänger: Wenn Sie zuerst den Rucksack kaufen, sollten Sie eine Ausrüstungsliste erstellen, die nach Priorität geordnet ist. Kaufen Sie dann das Equipment der Reihe nach, bis der Rucksack voll oder die Liste abgearbeitet ist. Auch eine Einteilung der Ausrüstung in die Kategorien „notwendig“ und „wünschenswert“ führt bei dieser Methode zu einem sinnvollen Ergebnis.